Kontokorrent-/ Dispositionskredit –
Zuviel gezahlte Zinsen zurückholen?

Wenn Sie sich die Entwicklung des Zinsniveaus der letzten Jahre anschauen, kennt diese Entwicklung eigentlich nur eine Richtung: abwärts zu immer neuen Tiefständen. Was schlecht für Kapitalanleger ist, ist grundsätzlich erst einmal gut für Kreditnehmer: billiges Geld (die volkswirtschaftlichen Aspekte lassen wir bei unserer Betrachtung einmal Außen vor). Wollen Sie einen neuen Kredit in Anspruch nehmen, profitieren Sie – bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen – als „Neukunde“ von den derzeit niedrigen Zinsen. Was aber machen Sie als „Altkunde“, um an dem historisch niedrigen Zinsniveau teilhaben zu können?

Zinsgebundene Darlehen

Bei zinsgebundenen (Immobilien-) Darlehen lautete das Zauberwort in der Vergangenheit vielfach „Widerruf“. Ein solcher Widerruf für zwischen dem 01.11.2002 und 10.06.2010 geschlossene Darlehensverträge ist nach dem Willen des Gesetzgebers mit Ablauf des 21.06.2016 jedoch nicht mehr möglich. Ob diese gesetzliche Einschränkung verfassungsgemäß ist, wird die Zukunft zeigen. Darlehensverträge die nach dem 10.06.2010 geschlossen wurden, sind von diesem gesetzlichen Ausschluss übrigens nicht betroffen.

 

Variable Kredite/-linien

Wie aber sieht es bei nicht zinsgebundenen Krediten aus?

Kunden mit Kontokorrentkrediten (gewerblich) und/oder Dispositionskrediten (privat) gehen vielfach davon aus, dass bei sinkenden Zinsen

  • die Bank oder Sparkasse den Kreditzins entweder „automatisch anpasst“
  • oder „man sowieso nichts machen kann.“

Das erste – die angenommene Anpassung – ist häufig gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße der Fall, das zweite – die angenommene „Nichthandlungsmöglichkeit“ – ist schlicht falsch. Der „Türöffner“ – auch für bereits in der Vergangenheit gezahlte Zinsen soweit diese noch nicht verjährt sind – ist die Frage der Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der sogenannten Zinsanpassungsklausel. Viele Gerichte bis hin zum Bundesgerichtshof haben sich schon mit der Frage der Wirksamkeit einer sogenannten einseitigen Zinsanpassungsklausel beschäftigt.

Der gemeinsame Tenor lautet:
Ist die Zinsanpassung nur einseitig von Seiten der Bank oder Sparkasse über eine reine Abwälzung konkreter Kostensteigerungen hinaus möglich, benachteiligt dies den Kunden unangemessen. Eine unangemessene Benachteiligung ist ebenfalls anzunehmen, wenn dem Recht zur Zinserhöhung nicht auch die Pflicht zur Zinssenkung bei gesunkenen tatsächlichen Kosten gegenübersteht.

 

DIES HÖRT SICH WENIG SPEKTAKULÄR AN,
ABER LASSEN SIE UNS DAS EINMAL RECHNEN:

Beispiel 1: Privater Dispositionskredit

Haben Sie einen Dispositionskredit mit 20.000,- EUR durchgehend über 10 Jahre in Anspruch genommen und die Bank oder Sparkasse hat Ihnen im Schnitt 4 Prozentpunkte zu viel an Zinsen berechnet, so sind dies über die Laufzeit von 10 Jahren im Ergebnis 8.000,- EUR, die Sie der Bank oder Sparkasse zu viel an Zinsen gezahlt haben.

Beispiel 2: Gewerblicher Kontokorrentkredit

Wenn Sie einen Kontokorrentkredit durchgehend über 10 Jahre mit
100.000,- EUR in Anspruch genommen und die Bank oder Sparkasse Ihnen im Schnitt ebenfalls 4 Prozentpunkte zu viel an Zinsen berechnet hat, so sind dies über 10 Jahren gesehen im Ergebnis 40.000,- EUR an Zinsen, die Sie zu viel an ihre Bank oder Sparkasse gezahlt haben.

Die 4 Prozentpunkte aus den vorgenannten Beispielen sind auch keineswegs unrealistisch. Der EZB-Basiszins zum Beispiel ist von 4,26 % in 2000 auf momentan -0,83 % (also negativ) gesunken, das ist eine Differenz von sogar 5,09 Prozentpunkten.

Von der Rechtsprechung zu den Zinsanpassungsklauseln  sind neben den gewerblichen Kontokorrentkrediten und den privaten Dispositionskrediten auch beispielsweise sogenannte Cap-Darlehen und Darlehen mit variablem Zinssatz betroffen.

es geht um ihr gutes Geld!

Scheuen Sie sich nicht, uns zu kontaktieren.
In einer kostenlosen Ersteinschätzung können wir Ihnen sagen, ob ihr Kreditverhältnis unter einer solchen unangemessen benachteiligenden Zinsanpassungsklausel leidet.

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